Ursachen erkennen, richtig abklären lassen und die passenden nächsten Schritte finden.
Wenn deutlich mehr Haare ausfallen als gewohnt, sollte man zunächst Verlauf und Verteilung beobachten, bei weiterem Ausfall die Ursache ärztlich abklären lassen, und danach über Behandlung, Abwarten oder eine kosmetische Lösung entscheiden.
Diese Seite zeigt, welche Ursachen Haarausfall hat, woran sich die Formen unterscheiden, welcher Arzt zuständig ist und was gegen Haarausfall wirklich hilft.
Haarausfall beginnt dort, wo dauerhaft mehr Haare verloren gehen, als im normalen Haarwechsel nachkommen. Bis zu 100 Haare fallen über diesen normalen Vorgang täglich aus. Das ist kein Anzeichen für ein Problem, sondern der Ablauf, den jeder Kopf hat — auf dem normalerweise 80.000 bis 120.000 Haare sitzen.
Der Grund liegt im Haarzyklus. Jedes einzelne Haar wächst im Schnitt zwei bis drei Jahre lang, in Einzelfällen bis zu acht Jahre, und legt dabei rund einen Zentimeter pro Monat zu. Etwa 90 Prozent aller Haare befinden sich zu jedem Zeitpunkt in dieser Wachstumsphase. Danach folgt eine Ruhephase von drei bis vier Monaten, an deren Ende das Haar ausfällt und ein neues nachrückt.
Zwei Begriffe meinen dabei nicht dasselbe. Effluvium bezeichnet den gesteigerten Ausfall, also den Vorgang. Alopezie bezeichnet die sichtbare Lichtung, also das Ergebnis. Ein Effluvium kann vorübergehen, ohne dass je eine Lichtung entsteht — verstärkter Haarverlust ist deshalb nicht automatisch beginnende Kahlheit.
Eine feste Zahl, ab der Haarausfall krankhaft wird, gibt es nicht, und die Angaben dazu gehen weit auseinander. Zählen müssen Sie deshalb nichts. Aussagekräftiger sind vier Beobachtungen: seit wann es auffällt, ob es zunimmt, wo genau das Haar weniger wird, und ob etwas dazugekommen ist.
Gut zu wissen: Ein einzelner Tag mit auffällig vielen Haaren in der Bürste sagt wenig aus — der Haarwechsel verläuft nicht gleichmäßig.
Haarausfall ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Zeichen, hinter dem sehr unterschiedliche Auslöser stehen können. Welcher davon im Einzelfall zutrifft, lässt sich am Haarbild allein nicht ablesen.
Ein Punkt ist für die Einordnung wichtiger als jeder andere: Viele Formen von Haarausfall sind vorübergehend.Nach Schwangerschaft und Geburt, nach Infektionskrankheiten, nach Krebsbehandlungen oder nach der Einnahme bestimmter Medikamente wächst das Haar häufig von selbst wieder nach.
Infrage kommen unter anderem eine erbliche Veranlagung, schwere Infektionen einschließlich Fieber und COVID-19, chronische Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Lupus erythematodes, eine Blutarmut, bestimmte Medikamente, eine Geburt, eine Operation, Stress sowie eine unausgewogene Ernährung. Auch eine Chemo- oder Strahlentherapie zählt dazu; wie sich das im Verlauf zeigt, steht auf der Seite zu Haarausfall bei Chemotherapie.
Diese Liste sagt nichts darüber, welcher Auslöser häufiger ist — und genau deshalb gehört die Zuordnung in ärztliche Hände. Bei Frauen kommt hinzu, dass bei der anlagebedingten Form weniger gut erforscht ist, in welchem Ausmaß Hormone und Vererbung am schütter werdenden Haar beteiligt sind.
Haar reagiert auf mechanische und thermische Belastung. Starke Zugkräfte durch eng gebundene Zöpfe, einen dauerhaft straffen Pferdeschwanz oder Dreadlocks gehören dazu, ebenso übermäßige Hitze und häufiges Färben.
Das ist zugleich der einzige Bereich, in dem sich unmittelbar etwas ändern lässt, ohne dass zuvor eine Ursache feststehen muss. Ein häufiger Fehler ist, die Frisur beizubehalten und stattdessen ein Produkt zu suchen — die Zugkraft bleibt dann bestehen und wirkt weiter.
Für die Einordnung zählen zwei Fragen: Wie ist der Verlust verteilt, und vernarbt die Kopfhaut dabei oder nicht. Die erste Frage führt zur Form, die zweite dazu, ob an dieser Stelle überhaupt wieder Haar wachsen kann.
| Form | Woran sie erkennbar ist | Können Haare nachwachsen? | Weiterlesen |
|---|---|---|---|
| Anlagebedingter Haarausfall | Männer: Rückzug an Stirn und Schläfen, Lichtung am Wirbel. Frauen: Lichtung am Scheitel, Haaransatz bleibt erhalten | Ja — die Kopfhaut vernarbt nicht | Anlagebedingter Haarausfall, Haarausfall bei Frauen, Haarausfall bei Männern |
| Diffuser Haarausfall | Gleichmäßige Ausdünnung über den ganzen Kopf, kein Muster | Häufig — abhängig von Ursache und Verlauf | Diffuser Haarausfall |
| Kreisrunder Haarausfall | Scharf begrenzte, kahle Stellen, meist innerhalb weniger Wochen entstanden | Ja — die Haarfollikel bleiben erhalten | Kreisrunder Haarausfall |
| Haarausfall unter Krebstherapie | Zeitlicher Zusammenhang mit Chemo- oder Strahlentherapie | Nach Chemotherapie in der Regel ja; nach Strahlentherapie kann er dauerhaft sein | Haarausfall bei Chemotherapie |
| Vernarbende Formen | Vernarbte Kopfhautbereiche, häufig mit Rötung oder Schuppung | An vernarbten Stellen nicht | Vernarbende Alopezie |
Beim anlagebedingten Haarausfall irritieren vor allem die Bezeichnungen: anlagebedingt, erblich bedingt und androgenetisch meinen dieselbe Form, nicht drei verschiedene Krankheitsbilder. Wie verbreitet sie ist, hängt stark vom Alter ab — zwischen 40 und 50 Jahren sind rund 5 von 10 Männern und 1 bis 2 von 10 Frauenbetroffen, ab 70 Jahren rund 8 von 10 Männern und 3 bis 4 von 10 Frauen. Eine pauschale Prozentzahl ohne Altersangabe sagt deshalb wenig.
Der kreisrunde Haarausfall, fachlich Alopecia areata, ist eine chronische Autoimmunerkrankung und tritt bei Männern und Frauen etwa gleich häufig auf. Beim diffusen Haarausfall fehlt jedes Muster: Das Haar wird gleichmäßig dünner, die Kopfhaut schimmert flächig durch. Welche Form vorliegt, entscheidet sich nicht am Spiegel, sondern in der ärztlichen Abklärung.
Ob die Kopfhaut vernarbt, entscheidet darüber, ob an der betroffenen Stelle wieder Haare wachsen können. Bei vernarbenden Formen werden Haarfollikel dauerhaft geschädigt; bei nicht vernarbenden Formen ist ein Nachwachsen grundsätzlich möglich. Ob eine Vernarbung vorliegt, lässt sich nur dermatologisch feststellen — von außen ist das nicht zu beurteilen. Deshalb steht die ärztliche Einordnung vor jeder Behandlung.
In Österreich gibt es dafür zwei Anlaufstellen: die Ärztin oder den Arzt für Allgemeinmedizin und die Fachärztin oder den Facharzt für Dermatologie und Venerologie.
Wer unsicher ist, beginnt in der Allgemeinmedizin und wird bei Bedarf weiterverwiesen; wer bereits kahle Stellen oder eine veränderte Kopfhaut sieht, geht direkt in die Dermatologie.
Vorteilhaft ist, wenn die Ärztin oder der Arzt über eine spezielle Ausbildung sowie ausreichend Erfahrung in der Behandlung von Haarausfall verfügt.
Eine allgemeine Übersicht bietet außerdem das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs.
Ein Termin ist sinnvoll, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
Am Anfang steht das Gespräch. In der Anamnese geht es um den zeitlichen Verlauf, um Vorerkrankungen, Medikamente, Ernährung und familiäre Häufung — das klärt häufig schon die Richtung.
Zur weiteren Abklärung stehen ärztlich mehrere Verfahren zur Verfügung: der Haarzupf-Test beziehungsweise die Zugprobe, eine Blutuntersuchung, die Trichoskopie mit dem Auflichtmikroskop, das Trichogramm, der Trichoscan als fotografische Bestimmung von Haardichte und Haardurchmesser, eine Haarbiopsie sowie bei Frauen gegebenenfalls eine gynäkologische Untersuchung. Welche davon zum Einsatz kommen, entscheidet sich am Befund.
Hairworld arbeitet mit einer digitalen Kopfhaut- und Haaranalyse. Sie erfasst Haardichte, Haardurchmesser und den Zustand der Kopfhaut, wertet die Aufnahmen KI-gestützt aus und dient als Ist-Aufnahme für die Beratung und den späteren Vergleich. Sie kostet 55 Euro.
Was sie ausdrücklich nicht ist: eine Diagnose. Sie stellt weder fest, welche Form vorliegt, noch woran der Haarausfall liegt. Trichoskopie, Trichogramm, Trichoscan und Biopsie sind ärztliche Verfahren und bleiben es.
Was bei Haarausfall zu tun ist, richtet sich nach Ursache und Form. Danach gibt es drei Wege, die sich nicht ausschließen: eine ärztliche Behandlung, das Abwarten bei vorübergehenden Formen und kosmetische Lösungen für das, was sichtbar bleibt.
Bei den meisten Formen von Haarausfall ist eine Behandlung aus medizinischen Gründen nicht erforderlich. Ob eine Behandlung erwünscht ist, hängt von den Betroffenen und ihrem Leidensdruck ab — die Entscheidung liegt bei Ihnen, nicht bei einem Befund.
Für den erblich bedingten Haarausfall stehen medikamentös Minoxidil (äußerlich, Männer und Frauen), Finasterid (Tablette, eher Männer) und Spironolakton (Tablette, nur Frauen) zur Verfügung.
Für Minoxidil ist nachgewiesen, dass es bei Männern und Frauen wieder Haare wachsen lässt, auch wenn der Wirkmechanismus nicht geklärt ist.
Für Spironolakton bei weiblichem Haarausfall ist die Wirksamkeit wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen.
Finasterid dürfte bei Frauen unwirksam sein und kann in der Schwangerschaft das Ungeborene schädigen.
Ob und welcher Wirkstoff infrage kommt, entscheiden Ärztin oder Arzt, die Abgabe läuft über die Apotheke. Wird eine wirksame medikamentöse Behandlung des erblich bedingten Haarausfalls abgesetzt, kann der Haarausfall wieder voranschreiten.
Eine Haartransplantation kommt infrage, wenn er sich auf einem bestimmten Ausmaß stabilisiert hat.
Für Low-Level-Laser- beziehungsweise Lichttherapie, für das Einspritzen von blutplättchenreichem Eigenplasma in die Kopfhaut (PRP) und für Mikroneedling gibt es laut der österreichischen Gesundheitsinformation keine wissenschaftlichen Belege.
Keine eindeutigen Hinweise auf eine Wirksamkeit gegen Haarausfall gibt es zudem für Vitamine wie Biotin, für Mineralstoffe wie Eisen sowie für Ginseng, Sägepalme, Grüntee und Haarpflegemittel mit Koffein.
Zu Koffein hat Cochrane Österreich genauer hingesehen: Alle neun aufgefundenen randomisiert-kontrollierten Studien weisen grobe Mängel auf und wurden sämtlich von Herstellern von Koffein-Haarprodukten finanziert. In Behandlungsleitlinien für Ärztinnen und Ärzte kommt Koffein nicht vor.
Achtung: Ein ärztlich festgestellter Mangel ist etwas anderes als die vorbeugende Einnahme auf Verdacht. Ergänzend führt Hairworld ausgewählte Nahrungsergänzung und Pflegeseren für Haar und Kopfhaut: eine unterstützende Ergänzung zur Beratung, kein Ersatz für eine ärztliche Abklärung, und ohne Wirkversprechen.
Nur begrenzt. Einer erblichen Veranlagung lässt sich nicht vorbeugen. Beeinflussbar ist die Belastung von außen: dauerhaft straffe Frisuren vermeiden, sparsam mit Hitze umgehen, beim Färben zurückhaltend bleiben.
Wenn Haar sichtbar dünner wird und eine Behandlung nicht infrage kommt, nicht gewünscht ist oder nicht ausreicht, ist das Abdecken eine eigenständige Möglichkeit — keine Notlösung.
Die österreichische Gesundheitsinformation führt sie neutral neben den anderen Optionen: Viele Betroffene fühlen sich wohler, wenn der Haarausfall weniger offensichtlich ist.
Manche tragen Kopfbedeckungen, andere entscheiden sich für ein Haarteil oder eine Perücke aus Kunst- oder Echthaar. Genannt werden dort außerdem färbende Sprays und die Mikropigmentierung.
Welche Lösung passt, hängt davon ab, wie viel Eigenhaar noch vorhanden ist und wo es fehlt.
Eine feste Grenze, ab welchem Grad Zweithaar sinnvoll wird, gibt es nicht — ausschlaggebend sind der eigene Leidensdruck und das eigene Empfinden.
Haarausfall kann für Betroffene eine psychische Herausforderung sein. Meist braucht es eine gewisse Zeit, damit zurechtzukommen — das bedeutet aber nicht, dass man sich damit abfinden muss.
In Österreich stehen dafür klinische Psychologie, Psychotherapie und Selbsthilfegruppen zur Verfügung; eine Anlaufstelle ist der Verein Haarausfall Österreich, mit dem Hairworld zusammenarbeitet.
Hairworld ist ein Fachinstitut für Zweithaar in Salzburg und arbeitet kosmetisch und handwerklich. Nicht angeboten werden: Medikamente, Eigenbluttherapie, medizinische Behandlung und Diagnostik, Verordnungen, Therapieempfehlungen, Mikropigmentierung sowie Haartransplantationen im eigenen Haus — letztere werden auf Wunsch vermittelt. Bei unklarer Ursache wird zur hautärztlichen Abklärung geraten.
Angeboten wird ein Erstgespräch: kostenlos, unverbindlich, rund 60 Minuten, nur nach telefonischer Terminvereinbarung. Eine diskrete Beratung ist auf Anfrage möglich, Termine außerhalb der Öffnungszeiten nach Absprache, auf Wunsch auch im Krankenhaus. Das Einzugsgebiet reicht bis rund 200 Kilometer.
Ob eine Verdichtung genügt oder ein Haarteil die naheliegendere Lösung ist, lässt sich persönlich am Haar am besten beurteilen. Rufen Sie uns an oder nutzen Sie unseren Rückruf-Service.
In Österreich zählen Perücken sozialversicherungsrechtlich zu den Hilfsmitteln — gemeinsam mit Rollstühlen, Prothesen und Hörgeräten (Stand Jänner 2025). Grundlage für eine Kostenübernahme ist eine ärztliche Verordnung, und für Hilfsmittel ist eine Kostenbeteiligung der Versicherten vorgesehen. Welche Voraussetzungen im Einzelfall gelten und was zu zahlen bleibt, entscheidet der zuständige Träger.
Alles Weitere — Fristen, Bewilligung, Unterlagen, Vertragspartner und Abrechnung — steht unter Kostenübernahme durch die Krankenkasse, die rechtliche Grundlage unter Heilbehelfe und Hilfsmittel.
Haarausfall hat viele mögliche Ursachen, und welche davon zutrifft, lässt sich nur ärztlich klären — in Österreich über die Allgemeinmedizin oder die Dermatologie.
Danach entscheidet nicht der Befund, sondern der eigene Leidensdruck, ob behandelt wird, abgewartet wird oder der sichtbare Verlust abgedeckt wird.
Für den letzten Weg ist die Perücke in Österreich ein Hilfsmittel auf ärztliche Verordnung.
Wenn Sie wissen möchten, was in Ihrem Fall infrage kommt, ist ein Gespräch der kürzeste Weg. Die Erstberatung bei Hairworld in Salzburg ist kostenlos und unverbindlich. Rufen Sie uns an oder über nutzen Sie unser Rückruf-Formular.
Bis zu 100 Haare täglich fallen über den normalen Haarwechsel aus. Diese Zahl beschreibt, was im Rahmen liegt — sie ist kein Grenzwert, ab dem etwas krankhaft wird. Eine Zählung bringt deshalb wenig: Der Haarwechsel schwankt, und nach dem Waschen fallen an einem Tag mehr Haare aus als sonst. Aussagekräftig ist der Verlauf über mehrere Wochen, ergänzt um die Frage, ob sich das Haar an einer bestimmten Stelle lichtet. Wer eine deutliche Veränderung bemerkt, lässt sie unabhängig von jeder Zahl ärztlich abklären.
Welche Nährstoffe fehlen, lässt sich am Haarausfall nicht erkennen — dafür braucht es eine Blutuntersuchung, die zu den üblichen Schritten der ärztlichen Abklärung gehört. Für die vorbeugende Einnahme von Vitaminen wie Biotin oder Mineralstoffen wie Eisen gibt es keine eindeutigen wissenschaftlichen Hinweise auf eine Wirksamkeit gegen Haarausfall; dasselbe gilt für Ginseng, Sägepalme und Grüntee. Ein ärztlich festgestellter Mangel wird gezielt behandelt, ersetzt aber nicht die Abklärung der eigentlichen Ursache. Die Einnahme eines Präparats auf Verdacht ersetzt deshalb nicht die Abklärung der möglichen Ursache.
Zuerst ärztlich abklären lassen, bevor irgendein Mittel ausprobiert wird. Ein plötzlich einsetzender, starker Haarausfall hat oft einen konkreten Auslöser, der einige Wochen bis Monate zurückliegt — eine fieberhafte Infektion, eine Operation, eine Geburt, ein neues Medikament oder eine starke Belastungsphase. Viele dieser Formen sind vorübergehend, das Haar wächst von selbst nach. Sinnvoll ist, den Beginn und mögliche Auslöser zu notieren; diese Angaben sind im ärztlichen Gespräch oft aufschlussreicher als jede Untersuchung. Ob zusätzlich ein Muster erkennbar ist, etwa eine Lichtung am Scheitel, gehört ebenfalls dazu.
Das hängt von der Form ab, eine pauschale Zusage gibt es nicht. Beim erblich bedingten Haarausfall kann eine medikamentöse Behandlung wirken, solange sie fortgeführt wird — wird sie abgesetzt, schreitet der Haarausfall wieder voran. Bei vorübergehenden Formen erübrigt sich die Frage häufig, weil das Haar von selbst nachwächst. Wo die Kopfhaut vernarbt ist, wächst an dieser Stelle kein Haar mehr nach; dort geht es darum, den verbliebenen Bestand zu erhalten und den sichtbaren Verlust abzudecken. Welche Lage vorliegt, klärt die ärztliche Abklärung.
Das kommt auf die Form an. Manche Formen sind Ausdruck einer Erkrankung — kreisrunder Haarausfall etwa ist eine chronische Autoimmunerkrankung, und auch Schilddrüsenerkrankungen oder eine Blutarmut können sich am Haar zeigen. Bei den meisten Formen ist eine Behandlung aus medizinischen Gründen jedoch nicht erforderlich. Eine Nebensächlichkeit ist Haarausfall deshalb nicht: Er kann psychisch erheblich belasten, und ausgeprägter Leidensdruck besteht häufig bei jungen Männern und Frauen. Ob behandelt oder abgedeckt wird, entscheidet deshalb der Leidensdruck und nicht ein medizinischer Zwang.
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