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Haarausfall

Androgenetische Alopezie

Erblich bedingter Haarausfall - Ursachen, DHT, typische Muster und ärztliche Einordnung

Androgenetische Alopezie

Androgenetische Alopezie ist der medizinische Begriff für erblich bedingten Haarausfall. Betroffen sind Frauen und Männer, das sichtbare Muster unterscheidet sich aber deutlich.

Diese Seite erklärt, wie der Haarverlust entsteht, woran er sich zeigt und wie er ärztlich eingeordnet wird. Was daraus im Einzelfall folgt, steht in den Ratgebern für Frauen und Männer.

Was ist androgenetische Alopezie?

Die androgenetische Alopezie ist die häufigste Form von Haarausfall. „Alopezie“ ist der medizinische Sammelbegriff für Haarverlust, „androgenetisch“ verweist auf das Zusammenspiel aus vererbter Veranlagung und der Wirkung männlicher Geschlechtshormone.

Wenn Sie den Begriff aus einem Befund kennen, hilft eine Einordnung: Androgenetische Alopezie, erblich bedingter Haarausfall, anlagebedingter Haarausfall und Alopecia androgenetica bezeichnen dieselbe Sache.

Das österreichische Gesundheitsportal führt alle diese Bezeichnungen für ein und dasselbe Krankheitsbild. In der Fachsprache begegnet Ihnen zusätzlich die Abkürzung AGA.

Ein Merkmal unterscheidet diese Form von manchen anderen: Die Kopfhaut vernarbt nicht. Das ist die Voraussetzung dafür, dass Haare unter einer Behandlung überhaupt wieder wachsen können — eine Zusage, dass sie es tun, ist damit nicht verbunden.

Betroffen sind Frauen und Männer gleichermaßen, wenn auch unterschiedlich häufig und mit unterschiedlichem Erscheinungsbild.

Wie entsteht androgenetische Alopezie?

Durch eine vererbte Überempfindlichkeit der Haare gegenüber aktivem Testosteron. Nicht ein Zuviel oder Zuwenig an Hormonen löst den Haarausfall aus, sondern die Reaktion der Haarwurzel auf ein Hormon, das ohnehin bei jedem Menschen vorhanden ist.

Welche Rolle spielt DHT?

Aktives Testosteron, fachlich Dihydrotestosteron oder kurz DHT, bewirkt bei entsprechender Veranlagung zweierlei: eine verkürzte Wachstumsphase der Haare und eine Verkrümmung der Haarfollikel — der kleinen Einstülpungen in der Kopfhaut, aus denen die Haare wachsen.

Ausschlaggebend ist dabei nicht die Menge des Hormons, sondern wie empfindlich die einzelne Haarwurzel darauf reagiert.

Was bedeutet Miniaturisierung?

Jedes Haar durchläuft einen Zyklus aus Wachstum, Übergang und Ruhe. Verkürzt sich die Wachstumsphase, bleibt einem Haar weniger Zeit, kräftig und lang zu werden. Aus kräftigen Haaren werden schrittweise feinere, kürzere — fachlich heißt dieser Vorgang Miniaturisierung.

Die Folge: Die Haare werden fortschreitend dünner und kürzer, und die betroffene Fläche der Kopfhaut wird größer.

Das geschieht nicht plötzlich, sondern über Jahre. Sichtbar wird es lange bevor kahle Stellen entstehen — das Haar wirkt zunächst nur feiner und weniger dicht.

Wie wird die Veranlagung vererbt?

Vererbt wird nicht der Haarausfall selbst, sondern die Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber DHT. Ob in der Familie bereits Haarausfall aufgetreten ist, gehört deshalb zu den ersten Fragen im ärztlichen Gespräch.

Ein Hinweis ist die Familiengeschichte damit allerdings nur — kein Nachweis und keine Vorhersage.

Was verursacht androgenetische Alopezie nicht?

Gegenverbreitete Annahmen gilt nach fachärztlicher Darstellung bei dieser Form: Stress ist nicht die Ursache. Umweltschadstoffe sind es nicht. Vitamin-, Eisen- oder Eiweißmangel ebenso wenig. Auch Haarpflege und Frisur beeinflussen den Verlauf nicht.

Gut zu wissen: Das gilt für diese Form. Andere Formen von Haarausfall können sehr wohl mit Mangelzuständen oder Erkrankungen zusammenhängen. Wie genau genetische und hormonelle Faktoren bei Frauen zusammenwirken, ist fachlich noch nicht abschließend geklärt.

Wie unterscheidet sich das Muster bei Frauen und Männern?

Derselbe Mechanismus, zwei sehr verschiedene Erscheinungsbilder. Das Muster ist deshalb das wichtigste Unterscheidungsmerkmal — nicht die Menge ausgefallener Haare.

Bei Frauen Bei Männern
Sichtbare Stelle Scheitel und Oberkopf Stirn, Schläfen und Haarwirbel
Haaransatz bleibt erhalten zieht sich zurück
Verteilung eher gleichmäßig auf bestimmte Bereiche begrenzt
Erste Anzeichen meist zwischen 40 und 60 möglich bereits in der Pubertät

Wie zeigt sich androgenetische Alopezie bei Frauen?

Bei Frauen lichtet sich das Haar sichtbar meist am Scheitel. Der Ausfall verteilt sich eher gleichmäßig über den Kopf, das Haar erscheint insgesamt dünner — und der Haaransatz bleibt erhalten. Nach fachärztlicher Darstellung bleibt auch die Haardichte im Schläfen- und Hinterkopfbereich normal; eine vollständige Kahlheit entsteht typischerweise nicht.

Erste Anzeichen treten häufig zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, oft im Zusammenhang mit den Wechseljahren. Das ist eine typische Spanne, keine Grenze. Frauenspezifische Ursachen, Warnzeichen und nächste Schritte behandelt der Ratgeber zu androgenetischem Haarausfall bei Frauen.

Wie zeigt sich androgenetische Alopezie bei Männern?

Bei Männern zieht sich der Haaransatz an Stirn und Schläfen zurück, dazu kommt typischerweise eine zunächst kleinere Halbglatze am Haarwirbel, die sich bis zu einem Haarkranz ausweiten kann. Bei einem von zehn betroffenen Männern ähnelt das Muster jenem der Frau. Erste Anzeichen können bereits in der Pubertät auftreten.

Wie sich das im Einzelnen entwickelt und welche Schritte daraus folgen, beschreibt der Ratgeber zum typischen Verlauf von Haarausfall bei Männern.

Wie wird androgenetische Alopezie ärztlich diagnostiziert?

Über Gespräch, Kopfhaut und Muster — einen verlässlichen Selbsttest gibt es nicht. Bei einem typischen Bild genügt häufig die ärztliche Untersuchung: das Gespräch zur Familiengeschichte und zu möglichen weiteren Einflüssen, die genaue Betrachtung der Kopfhaut und die Beurteilung des Ausfallmusters. Ergänzend kommt die Trichoskopie infrage, die Betrachtung der Kopfhaut mit einem Auflichtmikroskop.

Zusätzliche Untersuchungen kommen dann ins Spiel, wenn das Bild unklar ist oder Hinweise auf eine andere Ursache bestehen. Dazu zählen unter anderem eine Blutuntersuchung, ein Trichogramm oder Trichoscan zur Bestimmung von Haardichte und Haardurchmesser, in seltenen Fällen eine Haarbiopsie und bei Frauen gegebenenfalls eine gynäkologische Untersuchung. Keines dieser Verfahren ist Routine — welches sinnvoll ist, entscheidet der Befund.

Zuständig sind in Österreich Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin sowie Fachärztinnen und Fachärzte für Dermatologie und Venerologie. Vorteilhaft ist Erfahrung in der Behandlung von Haarausfall.

Wie unterscheidet sich androgenetische Alopezie von anderen Formen von Haarausfall?

Vor allem durch Tempo und Muster. Die androgenetische Alopezie schreitet langsam über Jahre voran und folgt der beschriebenen Verteilung. Andere Formen verhalten sich anders und gehören medizinisch in eine eigene Kategorie.

  • Kreisrunder Haarausfall entwickelt sich meist rasch innerhalb weniger Wochen, zeigt begrenzte runde kahle Areale und ist eine chronische Autoimmunerkrankung.
  • Diffuser Haarausfall verteilt sich über den ganzen Kopf statt auf bestimmte Bereiche.
  • Vorübergehende Formen bilden sich von selbst zurück — etwa nach Schwangerschaft und Geburt, nach Infektionskrankheiten, nach Krebsbehandlungen oder nach der Gabe bestimmter Medikamente.
  • Vernarbende Formen wie die frontal fibrosierende Alopezie sind eigene Erkrankungen und ausdrücklich keine Unterform der androgenetischen Alopezie.

Einen Überblick über alle Formen von Haarausfall und ihre Ursachen gibt der allgemeine Ratgeber.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es grundsätzlich?

Die genetische Veranlagung selbst ist nicht heilbar. Ärztlich kommen je nach Geschlecht, Befund und Stadium medikamentöse Möglichkeiten wie Minoxidil sowie in bestimmten Situationen eine Haartransplantation infrage.

Solche Behandlungen können den Verlauf beeinflussen, wirken aber häufig nur so lange, wie sie fortgeführt werden; Nutzen, Risiken und Dauer sind individuell ärztlich zu beurteilen.

Für einen Teil der beworbenen Verfahren und Präparate fehlen wissenschaftliche Belege ganz, für andere gibt es keine eindeutigen Hinweise auf Wirksamkeit — fehlende Evidenz ist dabei nicht dasselbe wie nachgewiesene Wirkungslosigkeit.

Die praktische Entscheidung und die geschlechtsspezifischen Möglichkeiten werden in den eigenen Ratgebern für Frauen und Männer eingeordnet.

Was bedeutet der Befund für Betroffene?

Aus medizinischen Gründen ist bei den meisten Formen von Haarausfall keine Behandlung erforderlich. Ob eine Behandlung gewünscht ist, hängt vom Leidensdruck der Betroffenen ab. Der Befund verpflichtet Sie also zu nichts.

Belastend ist Haarausfall dennoch für viele — ausgeprägter Leidensdruck besteht häufig bei jungen Frauen und Männern.

Meist braucht es Zeit, damit zurechtzukommen; sich abfinden müssen Sie deshalb nicht. Bei psychischer Belastung stehen in Österreich klinische Psychologinnen und Psychologen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Selbsthilfegruppen zur Verfügung.

Hilfreich ist, die medizinische und die kosmetische Entscheidung getrennt zu betrachten: Die eine klärt die Ursache, die andere das sichtbare Ergebnis.

Welche kosmetischen Möglichkeiten gibt es?

Sichtbarer Haarverlust lässt sich je nach Ausgangslage durch Styling, Haarverdichtung, Haarteile, Haarsysteme oder Perücken ausgleichen. Das Verdecken ist eine anerkannte Möglichkeit, mit dem Haarausfall besser zurechtzukommen — keine Frage der Eitelkeit.

Welche Lösung infrage kommt, unterscheidet sich bei Frauen und Männern deutlich, weil sich das Muster unterscheidet. Die praktischen Möglichkeiten sind deshalb jeweils in den eigenen Ratgebern beschrieben.

Wir beraten Sie gerne!

Welcher nächste Schritt sinnvoll ist, hängt davon ab, wie sich der Haarverlust bei Ihnen zeigt. Das Fachinstitut Hairworld in Salzburg ordnet das kosmetisch ein. Rufen Sie uns an oder vereinbaren Sie einen Rückruf.

Häufige Fragen

Ist androgenetische Alopezie erblich oder hormonell?

Beides zugleich — und genau das führt zu Missverständnissen. Vererbt wird nicht der Haarausfall selbst, sondern eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber aktivem Testosteron. Das Hormon ist bei jedem Menschen vorhanden; ohne die entsprechende Veranlagung entsteht diese Form von Haarausfall nicht. Ausschlaggebend ist also nicht ein Zuviel oder Zuwenig an Hormonen, sondern die Reaktion der Haarwurzel darauf. Ob im Einzelfall zusätzlich eine hormonelle Störung mitspielt, lässt sich ärztlich abklären.

Ist androgenetische Alopezie eine Krankheit?

Sie wird medizinisch als Krankheitsbild geführt, erfordert aber in den meisten Fällen keine Behandlung aus medizinischen Gründen. Ob etwas unternommen wird, hängt vom Leidensdruck der Betroffenen ab — das ist die medizinische Sichtweise, nicht eine Verharmlosung. Eine ärztliche Abklärung ist trotzdem sinnvoll, vor allem um andere Ursachen auszuschließen. Erst wenn feststeht, worum es sich handelt, lässt sich beurteilen, welche Wege offenstehen.

Kann androgenetische Alopezie plötzlich auftreten?

Nein. Der erblich bedingte Haarausfall schreitet langsam über die Jahre voran und beginnt mit feiner werdendem Haar, nicht mit kahlen Stellen. Ein plötzlicher, innerhalb weniger Wochen einsetzender Haarverlust spricht daher für eine andere Form — etwa kreisrunden Haarausfall oder einen vorübergehenden Haarausfall nach einer Erkrankung, einer Geburt oder der Gabe bestimmter Medikamente. In diesem Fall ist eine ärztliche Abklärung angezeigt.

Wächst das Haar bei androgenetischer Alopezie wieder nach?

Das kommt darauf an. Da die Kopfhaut bei dieser Form nicht vernarbt, bleiben die Haarwurzeln erhalten — ein Nachwachsen unter ärztlicher Behandlung ist damit grundsätzlich möglich. Eine Zusage ist das nicht: Die Veranlagung selbst lässt sich nicht rückgängig machen, und die Wirkung hält nur so lange an, wie behandelt wird. Nach dem Absetzen schreitet der Haarausfall wieder voran.

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